Locomotief

Ab dem 18. Jahrhundert

Der heutige Name des Gebäudes bezieht sich auf eine Fahrradmarke aus der Vorkriegszeit, die in den 1930er Jahren in einem hier befindlichen Fahrradladen gehandelt wurde. Die älteste Erwähnung dieses Ensembles stammt aus dem Jahr 1783. Ursprünglich war es ein Geschäftshaus mit der darin befindlichen Brauerei 'de Hoepel', die im Venloer Dialekt auch 't Reipke' genannt wurde.


Ein ikonisches Gebäude mit einer langen Geschichte

Dieses geradezu kultige Gebäude an der Kreuzung von Begijnengang, Grote Kerkstraat, Gasthuisstraat und Parade hat eine lange Geschichte, in welcher der Ausschank von Bier – mit einem kurzen Intermezzo als Fahrradladen und Antikhandel – die Hauptrolle spielt.


't Reipke

Das Haus, in dem sich heute das Café De Locomotief befindet, bestand ursprünglich aus einem Wohnhaus an der Parade und einer Brauerei im Hinterhaus.

Die älteste Erwähnung des Gebäudes stammt aus 1783. Damals hieß die Brauerei ’t Reipken, ein Venloer Dialektwort für einen Fassreifen. Jan Christian Verzijl übernahm die Brauerei kurz vor 1800 und taufte sie De Hoepel (ndl. für Fassreifen). Im Jahr 1819 braute er 2.313 Fässer Bier, womit De Hoepel eine der wichtigsten Brauereien in Venlo war.

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Das erste Venloer Flaschenbier

Der letzte Brauer von De Hoepel war das Patenkind von Jan Christian Verzijl, Antoon de Rijk. Er investierte ordentlich in das Unternehmen und braute das erste Venloer Flaschenbier. Die Venloer mussten sich aber erst daran gewöhnen, denn sie waren es gewohnt, mit einem Krug in die Brauerei zu gehen. Wer was zu feiern hatte, bestellte ein 'kiendje', ein 25-Liter-Fass.

Im Jahr 1910 stellte De Rijk auf Untergärung um. Sein Pilsner und Münchener wurden bei jungen Konsumenten beliebt. Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) kam jedoch die Einfuhr von Hopfen und Braugetreide zum Erliegen, zudem mangelte es an Brennstoff. Niederländische Brauereien müssen schließen. Diesem Schicksal sollte auch De Hoepel nicht entgehen.


'Locomotief': erst Fahrräder, dann ein Café.

Wenig später übernahm Willem Bedaux die Räumlichkeiten und eröffnete ein Fahrradgeschäft. Die Werbung für die niederländische Fahrradmarke 'Locomotief Fietsen' nahm die gesamte Fassade ein.

1983 öffnete das Café de Locomotief seine Türen. Sein Name leitet sich von der einstigen Werbebeschriftung an der Fassade ab und ist damit eine Hommage an die reiche Geschichte des Gebäudes.

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